Was sind SEA?
SEA sind ehemalige Sorgende und Pflegende Angehörige (SPA), die ihren großen Wissens- und Erfahrungsschatz in anderen Familien einbringen.
Ihre Qualifikation als Sorgende ErsatzAngehörige (SEA) erfolgte während ihres aktiven sorgenden und pflegenden Wirkens in der eigenen Familie oder im Anschluss.
SEA unterstützen je nach persönlicher Zielsetzung bis zu 7 Pflegebedürftige und werden für ihre Leistung entlohnt.
SEA-Initiative: Drohenden Pflegenotstand daheim abwehren!
Wir befürchten, dass im Deutschland 2030 sehr viele Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf mit dem heutigen Unterstützungssystem alleine gelassen sind.
Das darf nicht geschehen!
Deshalb haben wir die SEA-Strategie entwickelt.
Die Sorgenden und Pflegenden Angehörigen von heute sind der Schlüssel für die Lösung unserer gesamtgesellschaftlichen Probleme von morgen.
Ihren großen Wissens- und Erfahrungsschatz müssen wir wertschätzend nutzen.
Mit der Umsetzung müssen wir schnellstmöglich starten.
Warum wir ein Versorgungsproblem bekommen
1. Weil Deutschland deutlich älter wird.
Alterspyramide
Die Menschen in Deutschland reduzierten die Zahl ihrer Kinder seit Mitte der 60er von 2,5 auf 1,4 pro Frau.
Trotz Zuwanderung wird die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter um 6,2 Mio. sinken.
Mehr Rentner, weniger Erwerbstätige
2. Weil wir viel mehr einsame Pflegebedürftige haben werden.
BMG – Prognose aktualisiert
Singularisierung der Älteren
Die Lebensphilosophie der Babyboomer-Generation findet sich auch in den Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Entwicklung der Privathaushalte bis 2035 wider. Der Anteil der Singlehaushalte mit Personen über 60 Jahre stiegt deutlich.
3. Weil nicht genügend Pflegekräfte und SPA zur Verfügung stehen werden.
Weniger Pflegekräfte
In der formellen Pflege werden 2035 Ambulant und Stationär mangels Fachkräfte über 600.000 Pflegebedürftige keine Versorgung finden.
Bei Fortschreibung* des derzeitigen Pflege-Settings (ca. 21 % Stationär und 25 % Unterstützung durch Ambulante Dienste) würden weit über 400.000 zusätzliche Kräfte benötigt.
Das Halten des Status Quo wäre schon eine beachtliche Leistung der Pflege.
Wer erfüllt wachsenden Pflegebedarf?
Inklusive aller Privatversicherten Pflegebedürftigen werden wir gegenüber 2018 über 1 Mio. mehr Menschen zu versorgen haben.
Schon heute haben wir einen großen Fachkräftemangel in der Pflege.
Die Problematik größtenteils illegaler, aber stillschweigend geduldeter 24-Stundenkräfte offenbart die aktuelle Corona-Pandemie. Auch in osteuropäischen Ländern verändert sich die Lebenssituation in den kommenden 10 Jahren. Werden 300.000 bis 400.000 dieser Hilfen (unter teils prekären Bedingungen) noch zur Verfügung stehen? Und, wollen wir das?
Die wachsende Singularisierung, die Abnahme der Verfügbarkeit und Pflegebereitschaft von SPA und die fehlenden Kräfte in der formellen Pflege führen zu einer Versorgungslücke für über 1 Mio. Pflegebedürftigen bis zum Ende des Jahrzehnts.
* Bei unseren Prognosen gehen wir von der heutigen Situation aus. Forderungen nach einer qualitativ besseren und würdigeren Sorge- und Pflegearbeit sind noch nicht berücksichtigt.
So sehen die aktuellen Empfehlungen zur jetzigen Personalbemessung beispielsweise allein 100.000 zusätzliche Kräfte in der Stationären Pflege vor.
Weniger SPA
Fast 80 % der Pflegebedürftigen werden heute durch SPA versorgt.
Demografiebedingt und aufgrund des sozialen Wertewandels wächst die Anzahl der SPA nicht parallel mit der Anzahl der Pflegebedürftigen.
Die vielen Singles und DINKs (Double Income no Kids) werden in 10 Jahren oftmals keine Kinder und Enkelkinder mehr haben, die Sorge- und Pflegeaufgaben übernehmen können.
Statement vom Demografie-Experten
Danke an den SWR
Schon bis 2030 würden 40.000 zusätzliche Pflegekräfte alleine im Ländle fehlen, sagte Thaddäus Kunzmann in Stuttgart.
Was ist zu tun?
Unser strategisches Konzept baut auf den Leistungsbeiträgen von über 245.000 semiprofessionell qualifizierten Sorgenden ErsatzAngehörigem (SEA).
Diese SEA sind in 35.000 lokalen Teams organisiert und bei 5.000 regionalen SPA Beratungen gUG (haftungsbeschränkt) sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
Die SEA umsorgen über 1.000.000 Pflegebedürftige, die in 10 Jahren ohne sie keine gesicherte Versorgung mehr erfahren würden. SEA ersetzen die Funktion und Aufgaben der nicht vorhanden SPA.
Vom SPA zum SEA
Jahr für Jahr verlieren wir den großen Wissens- und Erfahrungsschatz von ca. 500.000 Sorgenden und Pflegenden Angehörigen, den sich diese in pflegespezifischen Krankheits- und Themenfelder im Laufe ihrer Pflegezeit erworben haben.
Hiervon wollen wir jährlich 5-10 % für die Aufgaben der SEA gewinnen und im Vorfeld qualifizieren. Mittels einer neuen Beratungsform, die die Sorgenden und Pflegenden Angehörigen in den Mittelpunkt stellt (SPA-Beratung), setzen wir das um.
Organisation: SEA-Teams in Selbstorganisation
Mit dem innovativen Konzept SEA 2030 soll ein strategisches Maßnahmenpaket entwickelt und erprobt werden, das das Pflegesystem 2030 und folgend tragfähig stützt.
Von der Akquisition, der die SPA-Aufgaben begleitenden Schulung, das Onboarding, die Organisationsentwicklung und Administration müssen Konzeptbausteine konkretisiert und erprobt werden.










