SPA-Beratung plus Pflegeberatung
Aufgrund der Auftragsfunktion des Pflegeversicherten ist das Augenmerk bei der Pflegeberatung (rechts) nach § 7a, § 37 Absatz 3 und Pflegeschulungen nach § 45 SGB XI auf ihn und seine optimale Versorgung gerichtet. Und das ist gut so!
Im Rahmen der klassischen Pflegeberatung sind SPA auf ihre für den Versorgungsprozess notwendige Funktion reduziert.
So ist es z. B. Aufgabe der Pflegeberatung nach § 7a in den aktuellen GKV Richtlinien bei der Ermittlung des Hilfe- und Unterstützungsbedarfs die “Situation der Angehörigen” zu erfragen:
“Die Pflegeberaterin oder der Pflegeberater soll sich aus Sicht der Angehörigen oder weiterer Personen schildern lassen und berücksichtigen, wie die Bewältigung der Pflege und Versorgung der/des Anspruchsberechtigten gelingt und welche Hilfe und Unterstützung sie benötigen.”
Bezogen auf die SPA ist die Sicherstellung “des Funktionieren” mit der Aufgabe in Abschnitt 6 als “über Leistungen zur Entlastung der Pflegeperson (SPA) zu informieren” treffend beschrieben.
Im Gesetzestext für die Pflegeschulungen geht es um die Zielsetzungen “Die Kurse sollen Fertigkeiten für eine eigenständige Durchführung der Pflege vermitteln” oder “pflegebedingte körperliche und seelische Belastungen zu mindern und ihrer Entstehung vorzubeugen”.
Wie gesagt, das ist nicht zu kritisieren. Das ist alles richtig und gut so.
Aus der Perspektive der Sorgenden und Pflegenden Angehörigen stellen sich gerade zu Beginn und nach einer Pflegesituation aber ganz andere Fragen. Zum Beispiel:
- Wie sieht die persönliche Lebensplanung aus (Ziele, Wünsche)?
- Welche Doppelbelastungen aufgrund der eigenen Familiensituation sind zu stemmen?
- Wie ist der eigene gesundheitliche Status?
- Welche Risiken können die Anforderungen der Pflegesituation für mein soziales Leben haben (Gefahr der Vereinsamung)?
- Welche finanziellen Verpflichtungen sind zu berücksichtigen?
- Welche Flexibilität kann der Verlauf der Pflegesituation von meiner beruflichen Situation abverlangen und kann dies überhaupt realisiert werden?
- Welche Konsequenzen haben Arbeitszeitreduzierung oder Komplettaufgabe für mein weiteres Leben?
- Welche rationale und emotionale Perspektive habe ich bei Wechsel meines zu pflegenden Angehörigen in die Stationäre Pflege oder dessen Ableben?
Eine Orientierung bei diesen wichtigen Fragen zu haben ist eine wesentliche Voraussetzung und Stütze, um eine gelungene Sorge- und Pflegesituation überhaupt zu ermöglichen.
Insbesondere bei diesen Vor- und nachgelagerten Problemstellungen unterstützt die SPA-Beratung die Familien.
SPA-Beratung für 5 Phasen
Aufgrund der auf die SPA bezogene Klienten-Beziehung berücksichtigt der lebensbegleitende Beratungs- und Unterstützungsprozess fünf Phasen.

